Karl Köhl; Portrait eines 'vergessenen' Churer Musikers

Carlo Köhl, ein Urgrossneffe des Churer Musikers Karl Köhl, lässt mit der CD-Produktion 'Karl Köhl; Portrait eines Churer Musikers' die Geschichte wieder aufleben.

Im Nachruf der "Neuen Bündner Zeitung" wurde Karl Köhl (1855-1919) als "geistiges Zentrum des ganzen musikalischen Lebens" von Chur bezeichnet. Die Stadt Chur verlieh ihm in Anerkennung seiner Verdienste die Ehrenbürgerschaft.

Als Nachkomme von ausgewanderten Bündner Zuckerbäckern kam er in Odessa (in der heutigen Ukraine) zur Welt. Der wenige Wochen nach der Geburt erblindete Karl Köhl besuchte in Chur die Schulen und absolvierte danach in Stuttgart das Orgelstudium. Mit etwa 23 Jahren kehrte er nach Chur zurück und wurde Organist an der Kirche St. Martin. Er gründete vier Jahre später den Kirchenchor Chur. Karl Köhl amtete 42 Jahre als Organist in St. Martin. Er war Organisator und Mitwirkender bei vielen Konzerten, z. B. der musikalischen Abendfeiern während des ersten Weltkriegs. Zudem komponierte er Chorwerke, Lieder und Klavierstücke.